Bodensee erreicht bisher niedrigsten Wasserstand des Jahres 2026
14.08.2026
Baden-Württemberg/Bodensee. Der Wasserstand des Bodensees hat einen neuen Tiefststand für 2026 erreicht. Am Pegel Konstanz wurden am 13. August 275 Zentimeter gemessen, wie die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) mitteilt. Damit liegt der Wasserstand deutlich unter den jahreszeitlich üblichen Werten. Zugleich wurde der bisher niedrigste Wasserstand für einen 13. August von 300 Zentimetern aus dem Jahr 2003 unterschritten (Auswertezeitraum ab 1850).
„Normalerweise erreicht der Bodensee seinen niedrigsten Wasserstand im Februar oder März. Dass wir diesen jetzt im August unterschreiten, ist Folge einer Kombination aus schneearmen Wintern in den Alpen, wodurch im Frühjahr das Schmelzwasser fehlt, sowie ausbleibendem Regen und hoher Verdunstung bei andauernd hohen Temperaturen im Hochsommer. Schon seit Ende November 2025 ist es in Baden-Württemberg zu trocken und auch im alpinen Einzugsgebiet des Bodensees waren die Niederschläge unterdurchschnittlich. Hierdurch führen die Seezuflüsse, insbesondere der Alpenrhein, teils extremes Niedrigwasser und das sehen wir jetzt auch am Bodensee deutlich“, sagt Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW.
Umweltministerin Thekla Walker: „Der aktuelle Zustand des Sees macht die Klimakrise sichtbar. Die Erderhitzung verändert den Wasserhaushalt spürbar. Im Sommer wird weniger Wasser da sein, als wir es bisher gewohnt waren. Im Winter kommt es wegen gestiegener Temperaturen nicht mehr zu einer vollständigen Durchmischung mit negativen Folgen für den Sauerstoffgehalt. Um den See sowohl als Ökosystem wie auch als Europas größter Trinkwasserspeicher zu schützen, brauchen wir daher weiter intensives Monitoring und Forschung, um gegebenenfalls gegensteuern zu können.“
Der bislang niedrigste Wasserstand des Jahres 2026 wurde am 9. Februar mit 276 Zentimetern gemessen. Ende Februar/Anfang März 1858 lag der Pegel über mehrere Tage bei 226 Zentimetern – dem niedrigsten Wert der gesamten Messreihe seit 1850.
Die Vorhersagen zeigen für die kommenden Tage zunächst einen weiteren Rückgang des Wasserstandes, entsprechend dem natürlichen Jahresgang. Zudem kann an einem heißen Sommertag die Verdunstung aus dem Bodensee auf bis zu 30 m³/s steigen. Das entspricht etwa dem Volumen eines Tanklastwagens pro Sekunde. Dies wird normalerweise durch die Zuflüsse zum Bodensee ausgeglichen, die derzeit jedoch deutlich weniger Wasser führen als üblich.
Ab dem 16./17. August deutet sich eine Umstellung der Wetterlage an, die voraussichtlich zu kühleren Temperaturen sowie teils zu Niederschlägen führt. Ob dies für einen Anstieg der Seewasserstände reicht, bleibt abzuwarten.
Aktuelle Informationen stellt das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg bereit.
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